Wismarer Wal-Drama: MediaMarkt-Gründer trotzt Experten – Warum Steinmeier jetzt im „Fall Timmy“ eingreifen muss

Ganz Deutschland blickt seit Tagen gebannt auf eine flache Sandbank vor der Ostsee-Insel Poel. Dort liegt ein tonnenschwerer, kranker Buckelwal, der von der Boulevardpresse liebevoll „Timmy“ getauft wurde. Was als trauriges Naturereignis begann, hat sich mittlerweile zu einem hochgiftigen, nationalen Shitstorm entwickelt. Nachdem Meeresbiologen und die Politik das geschwächte Tier zunächst „in Würde sterben lassen“ wollten, eskalierte die Wut der Tierfreunde in den sozialen Netzwerken derart, dass sich nun sogar der Bundespräsident einschalten musste. Getrieben von diesem beispiellosen öffentlichen Druck, gibt die Landesregierung nun plötzlich nach. Ein unerwarteter, prominenter Retter tritt auf den Plan und will das Unmögliche wagen: Eine waghalsige Transport-Aktion per Luftkissen, die Experten scharf kritisieren. Hier sind die Details eines Dramas, das das Land spaltet.

Der toxische Shitstorm gegen die Experten

Eigentlich war das Schicksal des gestrandeten Buckelwals vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) bereits besiegelt. Namhafte Meeresexperten und Biologen hatten den Zustand des Tieres untersucht und ein klares, wenn auch hartes Urteil gefällt: Eine Rettung sei bei einem derart geschwächten Tier, das bereits mehrfach gestrandet war, weder sinnvoll noch tiergerecht. Man solle die Natur ihren Lauf lassen.

Doch in Zeiten von Facebook, Instagram und TikTok reicht ein solches Expertenurteil oft nicht mehr aus.

Unter Posts von Tierschützern entlud sich ein massiver Shitstorm. Die Emotionen kochten über, und die wissenschaftlichen Berater der Regierung wurden massiv im Netz angefeindet. Die Lage wurde so bedrohlich, dass sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während eines Aufenthalts in Stralsund gezwungen sah, ein Machtwort zu sprechen.

Steinmeier forderte die Bevölkerung eindringlich zur Mäßigung auf. Er habe kein Verständnis für die hasserfüllten Kommentare: „Die Bitte ist zu äußern, dass Anfeindungen, wie wir sie gegenwärtig in den sozialen Medien gerade auch gegenüber den Meeresexperten hören, schleunigst unterlassen werden.“ Der Präsident stellte sich schützend vor die Experten und die Landesregierung.

Doch die Wut der Bevölkerung zeigte bereits Wirkung.

Die spektakuläre Kehrtwende: Der Luftkissen-Plan

Unter dem immensen öffentlichen Druck knickte Schwerins Umweltminister Till Backhaus (SPD) nun ein. Auf einer Pressekonferenz verkündete er überraschend grünes Licht für einen zivilen, privaten Rettungsversuch. „Wir dulden dieses Vorhaben“, betonte Backhaus, machte aber gleichzeitig klar: Die Verantwortung (und das Risiko) liegt allein bei den privaten Initiatoren.

Hinter dieser privaten Rettungs-Initiative steckt kein Geringerer als der Milliardär und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz sowie eine Gruppe weiterer Investoren.

Der riskante Plan: Die Investoren wollen den riesigen Säuger nicht einfach ins offene Wasser ziehen, was zu tödlichen Verletzungen führen könnte. Laut dem Minister soll das schwere Tier stattdessen mithilfe von Luftkissen vorsichtig angehoben werden. Anschließend soll „Timmy“ auf einer extrem stabilen Plane zwischen zwei Ponton-Schiffen gesichert, in die tiefere Nordsee und im besten Fall sogar bis in den Atlantik transportiert und dort freigelassen werden.

Naturschutz oder Tierquälerei?

Die Aktion soll zügig starten, doch sie reißt einen tiefen Graben in die Gesellschaft.

Auf der einen Seite feiern Tierschützer den MediaMarkt-Gründer als Helden, der dem zögerlichen Staat zeigt, wie man mit viel Geld und Mut Leben rettet.
Auf der anderen Seite schütteln Veterinäre und Wissenschaftler den Kopf. Sie warnen, dass der gigantische Stress des Transports für den ohnehin kranken Wal zur reinen Tierquälerei werden könnte. Sie werfen den Rettern vor, aus falscher Sentimentalität (oder PR-Zwecken) die Gesetze der Natur zu ignorieren.

Auf welcher Seite stehen Sie in dieser hochemotionalen Debatte? Ist es richtig, dass ein reicher Investor Millionen in die Hand nimmt, um den kranken Wal „Timmy“ gegen den ursprünglichen Rat der Experten zu retten? Oder halten Sie die spektakuläre Luftkissen-Aktion für pure Tierquälerei und glauben, man sollte die Natur ihren Lauf lassen? Finden Sie die Anfeindungen gegen die Wissenschaftler im Netz auch unerträglich? Teilen Sie dieses unglaubliche Ostsee-Drama bei WhatsApp oder in Facebook-Gruppen mit Ihren Freunden und diskutieren Sie mit, ob der Mensch hier Gott spielen darf!