Gefahr von überlaufenden Abwasserkanälen bei Stromausfall: „Spannen Sie ein Handtuch über die Toilette“

Die Wasserbehörde Zuiderzeeland warnt die Einwohner von Flevoland, bei längeren Stromausfällen zu verhindern, dass Abwasser in ihre Häuser eindringt. In solchen Fällen wird den Bewohnern empfohlen, die Toiletten und Abflussöffnungen im Erdgeschoss zu verschließen.

„Spannen Sie ein Handtuch über die Toilettenschüssel und schließen Sie anschließend den Toilettensitz und den Deckel“, heißt es in einer Informationsbroschüre der Wasserbehörde, die die Einwohner von Flevoland in Kürze erhalten werden. „Legen Sie anschließend etwas Schweres wie einen Sandsack auf den Deckel.“ Ein aufblasbarer Rohrstopfen ist ebenfalls eine Option.

Zu den Abflussöffnungen schreibt die Wasserbehörde: „Stecken Sie ein festes Tuch in den Abfluss und legen Sie etwas Schweres darauf.“ Die Broschüre ergänzt das zuvor verteilte Informationsheft Bereiten Sie sich auf einen Notfall vor und befasst sich speziell mit Abwasser und Wasserständen in Flevoland.

Die Wahrscheinlichkeit von Abwasserüberflutungen ist laut der Wasserbehörde größer als die Wahrscheinlichkeit von überlaufenden Gräben. „Das gesamte Abwasser, das Haushalte und Unternehmen produzieren, gelangt in die Kanalisation“, sagt Deichgrafin Hetty Klavers in einer Erklärung. „Bei einem Stromausfall fließt das Abwasser weniger schnell durch die Kanalisation, da die Abwasserpumpwerke auch mit Notvorrichtungen arbeiten. Dadurch wird die Kanalisation schneller überlastet.“

Die Wasserbehörde bittet die Einwohner daher, weniger Wasser wegzuspülen, wenn der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt. „Duschen Sie seltener“, lautet einer der Ratschläge. „Verwenden Sie für die Körperpflege etwas Wasser und einen Waschlappen, um so das Abwasser durch das Duschen zu reduzieren.“ Ein Garten, in dem Regenwasser gut in den Boden versickert, ist ebenfalls von Vorteil.

Ein Teil der Abfälle aus dem Wasser gelangt bei einem längeren Stromausfall in die Kanäle und Gräben, die dadurch zu stinken beginnen können. „Verhindern Sie, dass (Haus-)Tiere Wasser aus dem Graben trinken“, heißt es daher in der Broschüre. Die Wasserbehörde empfiehlt die Verwendung einer Regentonne, damit Tiere trinken können, rät jedoch davon ab, diese für Menschen zu nutzen.