MONSTER – Was für ein Ungetüm, nicht wahr? Eine riesige Pflanze hält so viel Sonnenlicht ab, dass der 84-jährige Jan tagsüber im Dunkeln in seinem Wohnzimmer sitzt. Und der Ficus mit den glänzenden Blättern wächst und wächst, vor allem jetzt, wo die Pflanze in einem extra großen „Topf“ steht.
Vor zwölf Jahren bekommt Jan den Ficus ins Haus. Die Zimmerpflanze, damals noch keine halbe Meter hoch, hat einen Platz am Fenster und wächst im vollen Licht zusehends. Eine wöchentliche Dosis Kunstdünger und ein Schuss Wasser tun ihr Übriges.
Mittlerweile ist der Ficus so groß geworden, dass Haken an der Decke eingeschraubt wurden. Das Ungetüm wird an mehreren Stellen mit Schnüren in der Luft gehalten.
Nicht nur die Pflanze mit ihren Blättern ist ein imposanter Anblick, das gilt sicherlich auch für das Wurzelsystem. Zwischen Fensterbank und Sofa steht ein Pflanzkübel, der so groß ist wie – sagen wir mal – eine Aufbewahrungsbox für Gartenkissen.

Dadurch hat der Ficus alle Freiheit, weiter in die Höhe zu wachsen. „Jedes Jahr kommt ein halber Meter dazu. Er wächst gut, ja“, sagt der ehemalige Gärtner aus dem Westland. „Ich schaue fern in einem Wald.“
Wenn es nachts über zehn Grad bleibt, öffnet Jan sein Fenster und lässt die Pflanze nach draußen hängen. „Und davon machen die Leute Fotos. Denn so etwas sieht man nicht oft, eine solche Pflanze aus dem Fenster“, reagiert Jan trocken.
Es gibt Leute, die mit Pflanzen reden, aber auch dafür ist Jan zu nüchtern. Er bleibt eben ein Westlander. „Nein, so ein Spinner bin ich nicht. Sie sagt nichts zurück.“
