Nach der erfolgreichen Artemis-II-Mission der NASA gibt nun auch Europa neue Ambitionen bekannt. Es gibt nämlich Pläne für eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond bis zum Jahr 2040.
Nach der erfolgreichen Artemis-II-Mission ist der Wettlauf zum Mond erneut entbrannt. Nicht nur die USA haben ihre Pläne geändert und streben nun eine Basis auf der Mondoberfläche anstelle einer Raumstation in der Mondumlaufbahn an, sondern auch Europa plant eine eigene dauerhafte Präsenz auf dem Mond.
Auch bei der Artemis-II-Mission der NASA spielte Europa bereits eine Schlüsselrolle. Die Europäische Weltraumorganisation ESA lieferte das European Service Module (ESM). Dieses System versorgte die Astronauten unter anderem mit Sauerstoff, Wasser und Strom. Es sorgte auch für den Antrieb der Orion-Kapsel, mit der sie zum Mond reisten.

Ambitionen für eine Mondbasis
Doch Europa hat noch größere Ambitionen für die Zukunft. „Das langfristige Ziel ist eine europäische Forschungsstation mit Astronauten“, sagt Daniel Neuenschwander, Direktor für bemannte und robotergestützte Raumfahrt bei der ESA, gegenüber dem Spiegel. „Bis 2030 werden wir beweisen, dass wir es können. Ab 2031 werden wir die Kapazitäten aufbauen und vor 2040 eine dauerhafte europäische Präsenz auf dem Mond etablieren.“
Ein erster Schritt ist der Start einer unbemannten Mondlandefähre zum Mond. Laut ESA soll die Mondlandefähre „Argonaut“ im Jahr 2030 Ausrüstung zum Mond befördern. Fahrzeuge an Bord werden sich dann über die Mondoberfläche bewegen, so Neuenschwander. Der erste Flug ist mit einer Ariane-6-Rakete geplant. „Argonaut“ wird voraussichtlich bis zu 1,5 Tonnen Fracht, wie beispielsweise einen Rover oder wissenschaftliche Instrumente, auf die Mondoberfläche bringen.
Doch es gibt noch viel zu tun, bevor eine permanente Basis auf dem Mond errichtet werden kann. „Um auf dem Mond bleiben zu können, müssen wir weiter an lebenserhaltenden Systemen arbeiten“, sagt der Raumfahrtexperte. „Wie können wir Wasser aus dem Mond gewinnen, wie können wir Sauerstoff erzeugen, wie können wir die Besatzung vor Strahlung schützen? Wie können wir die Mondnacht überstehen, die 14 Tage dauert?“ In ferner Zukunft wird auch bereits eine mögliche Mission zum Mars ins Auge gefasst.
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