Es ist eine stille Tragödie, die sich jeden Tag an deutschen Supermarktkassen abspielt. Senioren zählen mühsam ihre Kupfermünzen zusammen, legen den teuren Käse wieder zurück ins Regal und hoffen, dass das Geld bis zum Monatsende reicht.
Die rasant gestiegenen Lebensmittelpreise treffen Rentner mit kleinem Einkommen erbarmungslos. Gleichzeitig haben die Milliarden-Konzerne des Einzelhandels ein perfides neues System etabliert: Echte Rabatte gibt es oft nur noch für Kunden, die ein Smartphone besitzen und die App des Supermarktes nutzen.
Wer alt ist und kein Handy hat, zahlt den teuren Vollpreis. Doch in Brandenburg wehrt sich nun ein einzelner, unabhängiger Ladenbesitzer gegen diese digitale Diskriminierung der Älteren.
Mit einer unfassbaren, zeitlich unbegrenzten Rabatt-Aktion zeigt er den Giganten der Branche, was echter Respekt vor der Lebensleistung bedeutet – und ganz Deutschland feiert ihn dafür.
Die App-Falle der großen Discounter
Wer heute bei Lidl (Lidl Plus), Netto, Edeka oder Kaufland einkaufen geht, kennt die bunten Schilder: „Kaffee für 3,99 Euro – aber nur mit der App!“. Der normale Preis an der Kasse liegt oft deutlich höher.
Soziologen und Verbraucherschützer kritisieren diesen Trend schon lange scharf. Diese Form der Preisgestaltung schließt Millionen Ältere systematisch von Vergünstigungen aus. Viele Senioren besitzen aus Überzeugung kein Smartphone oder sind technisch schlichtweg nicht in der Lage, an der Kasse einen QR-Code zu scannen. Die Konzerne bestrafen ausgerechnet die verletzlichste Gruppe der Gesellschaft, nur weil diese ihre persönlichen Daten nicht an die Marketing-Abteilungen der Apps weitergeben können.
Während die großen Ketten an diesem System festhalten, sorgt nun eine kleine Meldung der Lebensmittel Zeitung für Aufsehen.
Der 10-Prozent-Held von Neuruppin
In der Stadt Neuruppin (Brandenburg) betreibt Yasser Daaboul den arabisch-türkischen Lebensmittelhandel „Teiba Markt“. Auch er bemerkte die bittere Altersarmut (viele Rentner sind mittlerweile auf die staatliche Grundsicherung angewiesen) jeden Tag hautnah. Als er sah, wie knapp das Budget seiner eigenen älteren Nachbarin war, beschloss er zu handeln.
Seine Regel ist ein Schlag ins Gesicht der bürokratischen Discounter-Apps: Jeder Rentner erhält in seinem Supermarkt pauschal 10 Prozent Rabatt auf den gesamten Einkauf! (Ausgenommen sind lediglich gesetzlich preisgebundene Tabakwaren).
Kein Smartphone, kein QR-Code, keine Kundenkarte, kein Daten-Diebstahl. Die älteren Herrschaften müssen an der Kasse einfach nur kurz ihren offiziellen Papier-Rentenausweis vorzeigen, und die Kasse zieht automatisch zehn Prozent von der Summe ab.
„Wir wollen einfach helfen“
Der Inhaber betont gegenüber der Zeitung B.Z., dass dies kein billiger Marketing-Gag sei, um neue Kunden anzulocken. „Wir wollen einfach helfen“, so Daaboul bescheiden. Die Aktion gilt zeitlich unbegrenzt. Er verzichtet bewusst auf einen Teil seiner eigenen Gewinnmarge, um den Älteren in der Nachbarschaft das Überleben in der Inflationskrise zu erleichtern.
Sein größter Wunsch ist es, dass diese unbürokratische Geste Wellen schlägt. Bislang bietet nämlich keine einzige der großen, etablierten Supermarktketten in Deutschland einen generellen Senioren-Rabatt an. Der kleine Lebensmittelhändler hofft, dass sein Beispiel die mächtigen Konzerne inspiriert, ihre Preispolitik gegenüber Rentnern endlich zu überdenken.
Macht Sie der „App-Zwang“ bei Aldi, Lidl und Rewe auch so wütend, wenn Sie an der Kasse sehen, dass Ältere den teuren Preis zahlen müssen? Finden Sie, dass Herr Daaboul für seine 10-Prozent-Aktion das Bundesverdienstkreuz verdient hat? Sollten die großen Discounter gezwungen werden, gegen Vorlage des Rentenausweises ebenfalls pauschale Rabatte zu gewähren? Teilen Sie diese herzerwärmende Geschichte bei WhatsApp oder in Facebook-Gruppen, um diesen mutigen Supermarkt-Chef zu feiern und Druck auf die großen Konzerne auszuüben!
